Veranstaltung Barrirerefreiheit in Bosau mit erster erfolgreicher Umsetzung

So schnell kann es gehen

‚Melde hiermit Seiteneingang Haus des Kurgastes ist barrierefrei.‘ So kam promt die Rückmeldung schon am folgenden Tag nach der Veranstaltung in Bosau mit Bürgern und Fachleuten für Barrie- refreiheit.

15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für eine erste Bestandsaufnahme in ihrer Gemeinde getroffen um gemeinsam zu beraten, wie barrierefrei ihr Ort ist und wo noch Handlungsbedarf be- steht . „Zehn Prozent der Menschen in Deutschland sind auf Barrierefreiheit angewiesen, für 40 Pro- zent ist sie notwendig, für 100 Prozent der Bevölkerung ist sie komfortabel“, erklärt Thomas Hinze aus der Gruppe der Fachleute für Barrierefreiheit, die vor 2 Jahren von der Lebenshilfe Ostholstein im Projekt „Ostholstein erlebbar für alle“ geschult wurden. Heute geben diese ihr Wissen weiter, begleiten Ortsbegehungen und treffen sich zum gegenseitigen Austausch.

Teil der Veranstaltungen ist auch der Einsatz verschiedener Hilfsmittel mit denen die Teilnehmenden Barrieren hautnah erfahren können. So auch im Haus des Kurgastes in Bosau. Zwar gibt es dort ein rollstuhlgerechtes WC allerdings auch eine Stufe am Seiteneingang, die die Erreichbarkeit deutlich einschränkte.

Darauf aufmerksam gemacht, sagte Bürgermeister Mario Schmidt rasche Abhilfe zu und bereits am nächsten Tag kam die Erfolgsmeldung.

Doch nicht immer lassen sich Barrieren so schnell durch Gemeindearbeiter beseitigen. „Es ist ein mehrjähriger Prozess“, bei dem die Politik eine Prioritätenreihenfolge aufstellen müsse, zog Schmidt nach der mehrstündigen Veranstaltung eine erste Bilanz. „Es ist ein großer Erfolg, dass binnen 24 Stunden die erste bauliche Maßnahme angeordnet und auch vollzogen wurde.“, freut sich Lena Middendorf (Projektleiterin im Projekt „Ostholstein erlebbar für alle“).

Um auch über Ostholstein hinaus zu informieren, wurde die „Inklusionskarte Ostholstein“ erstellt. Unter www.inklusionskarte-ostholstein.de können ab sofort gute und (noch) weniger gute Beispiele eingetragen werden. Mithilfe eines Ampelsystems werden so Barrieren und Barrierefreie Orte ge- kennzeichnet. Die Karte, die mit finanzieller Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung erstellt wer- den konnte, dient der Information und hoffentlich auch dem Ansporn, gute Beispiele nachzuahmen.

Denn „Mobilität ohne Barrieren“, so das Motto des Projektes, ist „gut für alte Menschen, gut für alle Menschen!“

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